Speer, Fest, FAZ

Zum Fall Speer wollte ich nichts mehr sagen, aber es ist ja auch und inzwischen vielleicht vor allem eine Geschichte seiner späten Komplizen, ein Fall Fest zum Beispiel, und da stößt mir das Zitat aus der Frankfurter Sonntagszeitung auf: Breloer zitiert ein Interview des Historikers Gregor Janssen mit Simon Wiesenthal aus dem Jahr 1998. Wiesenthal hat da gesagt, er habe Speer getroffen und ihm gesagt: “,Wenn in Nürnberg das bekannt gewesen wäre, was wir heute wissen, wären Sie in Nürnberg gehängt worden.’ ,Und wie hat Speer darauf reagiert?’ ,Gar nicht’, sagt Wiesenthal. ,Er wußte, daß ich recht hatte.’”
Ein anderer hat es noch früher gewußt: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Im Artikel hat Nils Minkmar die Schuld Speers, die seit Jahren von Dokument zu Dokument deutlicher wird, beschrieben und Fest ganz ausgespart, bzw. nur als anerkannten Speerdeuter zitiert: Beide, so lautet die weithin akzeptierte These von Joachim Fest, waren mehr als Parteigenossen und Kollegen, es war mehr eine Liebesbeziehung, wobei Speer der Überlegenere, Entrücktere, der Begehrte war.
Im Schluss verliert sich das Konkrete vollends. Adorno wird zitiert als Ein anderer und sein Satz Es gibt kein richtiges Leben im falschen wird, als Schluss dieses Artikels, zu einer banalen Entschuldigung.

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