Professor Baumgart und das Abitur minus 1/72

Das Abitur nach 12 Jahren ist in seiner Ausführung in Deutschland eine reine Sparmaßname. Schon deswegen geht dieser Leserbrief von Professor Peter Baumgart aus der FAZ ein wenig an der Sache vorbei:

Als Angehöriger einer der letzten Abiturientengenerationen vor Einführung des 13. Schuljahres kann ich mich rückblickend kaum als mit Schulaufgaben und Unterricht überlasteten Schüler sehen. Rechnet man, dass lediglich etwa ein Neuntel des bisherigen … Lernstoffes auf acht Jahre verteilt werden soll, pro Schuljahr also ein Plus von 1/72, so ist das nicht viel …

Klasse ist aber seine Berechnung. Mal umgedreht ins andere Extrem: Der Professor hätte in 9 Jahren 100% Mathe gelernt, ihm fehlt pro Schuljahr ein Neuntel (rund 11%) - also ingesamt, multipliziert mit den acht Jahren seiner Schulzeit fehlen ihm sage und schreibe 88% ;-)

2 Antworten zu “Professor Baumgart und das Abitur minus 1/72”

  1. Zeno Sagt:

    Hi, die Rechnung verstehe ich nicht. Kannst du mal erklären, was da falsch ist.

  2. Martin (Linkerhand) Sagt:

    Die Bezugsgrößen werden in der Rechnung von Prof. Baumgart unzulässig ausgetauscht. Es bleibt immer ein Neuntel des Stoffs, ob auf die ganze Schulzeit oder auf’s Schuljahr gesehen. Prof. Baumgart rechnet ungefähr so: Eine Flasche Wein enthält ein Neuntel (ca. 11%) Alkohol. Wenn man den Wein auf acht Gläser verteilt, macht das pro Glas nur 1/72. Das ist natürlich Blödsinn und lässt sich ad absurdum weiter treiben: Pro Monat ergibt sich für die Schüler nur ein Plus von 1/864, pro Tag sogar nur von 1/26280, und das ist dann erst recht nicht viel.

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