Mal ehrlich (Abitur nach 12 Jahren)

Wenn das Abitur in fast allen Ländern nach 12 statt 13 Schuljahren abgelegt wird, dann werden dafür allerhand Gründe angeführt. Und die Qualität der Ausbildung ist angeblich dieselbe.

Keine Landesregierung wird zugeben wollen, dass die ganze Sache vor allem eine Sparmaßnahme ist. Aber die von Nordrhein-Westfalen ist wenigstens in einer Information für Abiturienten ausnahmsweise mal ehrlich:

In den Jahren 2013 bis 2016 - also für die heutigen Abiturientinnen und Abiturienten - sind die Beschäftigungschancen sogar verschwindend gering. Denn die Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren mit dem Entfall der Jahrgangsstufe 13 ab dem Schuljahr 2013/14 führt zu einer mehrere Jahre währenden Bedarfsminderung.

(Quelle: Prognose des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in NRW.)

7 Antworten zu “Mal ehrlich (Abitur nach 12 Jahren)”

  1. Fritz Hullen Sagt:

    Die Hauptschüler werden’s ausbaden müssen, daß d Abiturienten ein Jahr weniger zur Schule gehen sollen.
    Denn von 2011 bis 2013 kommen jeweils etwa 60 000 zusätzliche Abiturienten aus der Schule, für die es nicht ausreichend Studienplätze gibt. Also suchen die sich einen Ausbildungsplatz. Und verdrängen die Realschüler, die wiederum die Hauptschüler verdrängen.

  2. Martin (Linkerhand) Sagt:

    Da ist was dran.

    Bei der Prognose habe ich allerdings unvollständig zitiert, wie mir jetzt erst auffällt. Gemeint ist ein verminderter Bedarf an Lehrern - was eben belegt, dass eingespart wird.

  3. Abitur Sagt:

    Da ist definitiv was dran. Langfristig denke ich wird es zu einem Wegfall der Hauptschule fallen, weil die Leute mit dieser Qualifikation keine Chance mehr haben werden einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

  4. Linkerhand » Blog Archive » Professor Baumgart und das Abitur minus 1/72 Sagt:

    [...]

    Das Abitur nach 12 Jahren ist in seiner Ausführung in Deutschland eine reine Sparmaßname. Schon deswegen geht dieser Leserbrief von Professor Peter Baumgart aus der FAZ ein wenig an der Sache [...]

  5. Tina Sagt:

    Ich bin Schülerin eines Gymnasiums und mache das Abi nach 12 Jahren. Ich finde es total doof und hätte lieber ein Jahr länger gemacht, denn das, was wir jetzt davon haben, ist nur mehr Stress. Außerdem wird alles mögliche so schnell wie möglich durchgenommen, höchstens 4 Unterrichtsstunden für ein Thema.Den Rest muss man sich zu Hause erarbeiten. Durch die hohe Stundenanzahl, durch die Förder- und AG- Stunden hat man kaum noch Freizeit. Ich denke, dass sehr viele Schüler dem Druck nicht standhalten können und frühzeitig abgehen.

  6. Anna Sagt:

    Ich bin auch Schülerin eines Gymnasiums. Ich gehe in die 9.Klasse und gehöre zu dem Jahrgang in Niedersachsen die das Abitur nach 12 jahren zu ersten mal machen. Es ist einfach lächerich das dieses eine Jahr gespart werden soll, nur um Deutschland in sachen bildung wieder nach vorne zu bringen. Außerdem wird nicht richtig vorgesorgt. In unserer Schule gibt es nicht einmal eine vernünftige Mensa und das bei 4x die woche nachmittagsunterricht… Alle 2 wochen habe ich 38 Schulstunden(45 min.).Ich denke das enorm viel druck auf den ersten jahrgang mit 12 jahren und der unterstufe bzw. mittelstufe liegt.

  7. Linkerhand Sagt:

    Alles Quatsch. Ich habe mein Abitur auch nach zwölf Jahren gemacht. Es ist weder leichter noch schwerer. Später im Geschäftsleben nimmt auch keiner Rücksicht auf eure persönliche Zeiteinteilung. Das eigentliche Problem liegt nicht in der Zeit, die man für seinen Schulanschluss benötigt, sondern in den Inhalten und Methoden. Das deutsche Schulsystem, entschuldigung, die Schulsysteme bereiten sowieso nicht auf das Leben oder eine Ausblidung sukszessive Studium vor. Ein Land mit 16 verschiedenen schulischen Ausbildungsmöglichkeiten gräbt sich die Säulen seiner Existenz ab.
    Trotzdem allen Schülern viel Erfolg bei ihren Abschlüssen.

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