Ernsthaft bemüht um Humor

Witze, die man erklären muss, sind nur noch halb so witzig. Davon scheint die Frankfurter Rundschau betroffen, deren Lesern Bronski erklären muss, dass es sich um eine humorvolle Zeitung handelt. (Geahnt habe ich das schon immer.)
Die Überschrift “You‘re a coward, Howard” zum Beispiel sei witzig und in der Übersetzung (Du bist ein Feigling, Howard) gehe der Witz verloren (Erklärung: Feigling reimt sich nicht auf Howard.)
Naja. Das ist natürlich eher die Art Humor, die schlechte Werbeagenturen aufbringen, wenn sie auf ein englisches Wortspiel zurückgreifen, weil ihnen gerade kein passendes deutsches eingefallen ist. Aber da steckt anscheinend System dahinter.
Bronski schreibt: Die FR benutzt gerne mal Anglizismen. Auch in Überschriften. Da kommt schon mal ein „Mitmaching“ vor, und das ist natürlich immer ganz ernst gemeint. Was auch sonst? Schließlich sind wir eine stets ernsthafte Zeitung. Humor gibt‘s bei uns nicht.
Bronski meint (Achtung Humor!) natürlich das Gegenteil.

3 Antworten zu “Ernsthaft bemüht um Humor”

  1. Bronski Sagt:

    Hallo Herr Ebbertz,

    herzlichen Dank für diese Kommentierung - und insbesondere für den Hinweis an Ihre Leser, wann und wo bei mir der Humor einsetzt. Das ist schon mal sehr witzig.

    Noch eine Frage: Was für ein System vermuten Sie denn hinter unseren Überschriften?

  2. Martin (Linkerhand) Sagt:

    Hallo Bronski, “System dahinter” ist vermutlich zu systematisch gedacht - sagen wir also lieber, Anglizismen in den Überschriften ist die angekündigte Humorstrategie …

  3. Bronski Sagt:

    Humorstrategie ist ein wundervolles Wort. Und so unsystematisch! Mir fällt, jedenfalls auf Anhieb, kein schöneres ein. Könnte allenfalls mit “Beißhemmung” dienen.

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